Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn aus einem Unterschied ein Defizit gemacht wird.

Einen großen Teil meines Lebens habe ich nämlich versucht, aus mir die "richtige" Version zu machen.


Vernünftig. Kompetent. Angepasst. Belastbar.
Bloß nicht zu viel. Bloß nicht zu wenig. Bloß nicht falsch.


Ich habe mich beobachtet, verglichen, angepasst und immer wieder versucht zu verstehen, warum mir manches so viel schwerer fiel als anderen. Warum ich schneller erschöpft war. Mehr wahrnahm. Tiefer fühlte. Warum ich nicht einfach ein bisschen unkomplizierter, belastbarer oder – ganz grundsätzlich – mehr wie die anderen sein konnte.


Ich wusste lange nichts von Hochsensibilität. Ich wusste nur, dass ich anders war.


Und wenn man lange genug erlebt, dass die eigene Art nicht recht zu passen scheint, beginnt man irgendwann, den Fehler bei sich selbst zu suchen.


Vielleicht schaue und spüre ich deshalb heute so genau hin.


Vielleicht mache ich auch deshalb aus einem Anderssein nicht so schnell ein Problem. Sehe Bedürfnisse nicht automatisch als Schwäche. Und reduziere einen Menschen nicht darauf, wie belastbar er ist, wie gut er funktioniert oder wie reibungslos er in diese Welt passt.



Mich interessiert, was passiert, wenn ein Mensch aufhört zu glauben,

grundsätzlich falsch zu sein.


Was du vielleicht auch noch wissen solltest, bevor es hier zu ernst wird



✨ Wenn ich sage: „Ich habe da mal eine kleine Idee“, ist ein gewisses Misstrauen angebracht. 

Über den weiteren Verlauf des Tages kann anschließend nur noch spekuliert werden.



✨ In meinem Kopf lebt eine beträchtliche Anzahl innerer Stimmen und Anteile. 

Eine davon ist die „weiße Weste“.

Wir arbeiten allerdings nicht mehr in derselben Abteilung.



✨ Sobald es mehrere Sitzplätze gibt, kann es passieren, dass ich mich dreimal umsetze, bis ich den „perfekten“ gefunden habe. Danach gehe ich stillschweigend davon aus, dass er ab jetzt und für immer mir gehört.

Und manchmal nehme ich es tatsächlich persönlich, wenn andere Menschen das nicht wissen.





So. Jetzt können wir weitermachen.


Ganz so leicht war es natürlich nicht.


Ich bin nicht eines Morgens aufgewacht, habe die Glitzerjacke angezogen und beschlossen, ab jetzt einfach ich selbst zu sein.


Dazwischen lagen Jahre, in denen ich mich gesucht, verloren, wiedergefunden und manchmal auch ziemlich gründlich missverstanden habe.

Es gab Tage, an denen ich völlig hilflos war. An denen ich mich selbst kaum noch gespürt und nicht gewusst habe, wie ich von hier aus weiterkommen soll.


Und dann gab es aber auch diese anderen Momente. Manchmal nur ganz kurz. Ein Aufblitzen von etwas, das sich nach MIR angefühlt hat.



Hey... da bin ich ja.


 


Manches davon hätte ich allein vielleicht nie gefunden. Oder wiedergefunden.


Es gab Menschen in meinem Leben, die etwas mitgebracht haben.


Das konnte ein Satz sein, der bleibt, oder ein anderer Blick auf etwas. Und dann gab es Erfahrungen, die etwas in mir verschoben haben.


Durch einige wenige, für mich sehr wertvolle Menschen habe ich verstanden, dass mein Wert nicht davon abhängt, wie viel ich leiste oder wie gut ich mich anpasse. Und ich habe etwas von meiner eigenen Würde wiedergefunden – diese innere Aufrichtung, die mir so lange gefehlt hatte.


Andere großartige Menschen haben mir Seiten von mir gezeigt, für die ich selbst kaum Platz gelassen hatte: das Spielerische, die Freiheit, die Erlaubnis, etwas zu tun, ohne vorher zu wissen, ob es richtig ist – und vor allem, was andere darüber denken.


Und manchmal habe ich mir ganz bewusst professionelle Unterstützung gesucht: Menschen, die an einer Stelle mehr wussten als ich, einen anderen Blick hatten oder mir helfen konnten, etwas zu verstehen, für das ich selbst gerade keinen Zugang fand.


Auch heute gibt es Kolleg*innen, mit denen ich auf meine Arbeit schaue. Ich nehme regelmäßig Supervision in Anspruch – auch, um gut mit dem umzugehen, was die Begleitung anderer Menschen in mir selbst berührt.

Und nein, daraus ist nicht die „richtige Version“ von Sabrina geworden.


  Mein Nervensystem reagiert noch immer.


   Ich bin noch immer hochsensibel.


   Ich bin überfordert, zweifle, verliere mich aus den Augen und

      weiß manchmal nicht sofort, was ich brauche.


Der Unterschied Heute ist nicht, dass ich alles kann oder dass mich nichts mehr aus der Bahn wirft.

Sondern, dass ich aus meiner Reaktion nicht mehr automatisch einen Beweis dafür mache, dass mit mir etwas nicht stimmt.


Ich nehme mich ernst.


Und damit auch das, was meine Reaktionen mir über mich erzählen: was ich brauche, was mir zu viel ist, was mich lebendig macht und wonach ich mich sehne.

Ich darf mich zurückziehen und mich hinauswagen. Nein sagen und mehr von etwas wollen. Grenzen ziehen und meine eigenen Regeln finden.


Das macht einen ziemlich großen Unterschied.

Kann ich dir verraten.


Und jetzt wird es kurz technisch...




 

A K T E N N O T I Z


Für alle, die wissen möchten, was ich außer meiner persönlichen Erfahrung

noch mitbringe.

 

Ich wollte Menschen noch nie durch nur eine fachliche Brille betrachten. Dafür interessieren mich zu viele Fragen, Zusammenhänge und unterschiedliche Blickwinkel.


Mich interessiert, warum Menschen fühlen, denken und handeln, wie sie es tun. Was ihnen hilft, was sie festhält, was Sicherheit verändert und was Entwicklung möglich macht. Warum eine Methode bei einem Menschen etwas in Bewegung bringt und beim nächsten gar nichts. Und so vieles mehr...


Mein Wissensdurst hat mich deshalb über die Jahre durch ziemlich unterschiedliche fachliche Welten geführt: vom Studium der Sozialpädagogik und der Heilerlaubnis für Psychotherapie über Traumatherapie, Hypnosetherapie, pädagogisches Psychodrama und verschiedene psychotherapeutische Verfahren bis zu Hochsensibilität und Neurobiologie.


Irgendwo zwischen all diesen Aus- und Weiterbildungen hätte ich vermutlich sagen können:

So. Jetzt weiß ich genug. Fachlich fertig.


Habe ich aber nicht. Und werde ich wahrscheinlich auch nie.

Dazu gibt es einfach noch zu viel zu entdecken, zu verstehen und zu lernen.


Meine erste Weiterbildung war übrigens Entspannungspädagogik.

Warum ich ausgerechnet damit angefangen habe? Weiß ich heute auch nicht mehr so genau. 😉


Was ich über die Jahre gelernt und mir fachlich erarbeitet habe, steht für mich nicht einfach nebeneinander. Es ergänzt sich, gibt mir unterschiedliche Zugänge und hilft mir, dieselbe Situation aus verschiedenen Richtungen zu betrachten.


Und dazu kommt die Erfahrung  aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Ich habe mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gearbeitet, mit Einzelnen, Paaren, Gruppen und Teams. Heute begleite ich Menschen in meiner Praxis, leite Supervisionen, gestalte Workshops und unterrichte als Lehrbeauftragte im Sozialwesen an der DHBW.


Wenn ich mich beruflich beschreiben müsste, dann wahrscheinlich mit dem Wort Patchwork-Workerin. Meine verschiedenen Arbeitswelten ergänzen sich, kommen sich leider zeitlich gelegentlich in die Quere, stellen sich aber auch inhaltlich gegenseitig Fragen. Und genau das mag ich daran.  Eine Erfahrung aus der Supervision verändert meinen Blick in der Praxis. Etwas aus der Lehre bringt mich auf eine neue Frage. Eine Begegnung mit einem Menschen lässt mich fachlich noch einmal genauer hinschauen.


Und wahrscheinlich passt diese Art zu arbeiten auch deshalb so gut zu mir, weil ich sowieso nicht besonders gut darin bin, Menschen auf nur eine Erklärung, eine Eigenschaft oder einen kleinen Ausschnitt zu reduzieren. Dafür nehme ich zu viel wahr, denke zu viele Möglichkeiten mit und bin meistens ziemlich neugierig auf das, was noch dahinterliegen könnte.


All das ist eine wirklich gute Grundlage für meine Arbeit. Aber es ist nicht das, worauf es für mich am meisten ankommt.


Denn wenn du die Seite bis hierher gelesen hast, hast du vermutlich längst eine Ahnung davon, was für mich wirklich zählt.


Bei all dem, was ich weiß und gelernt habe, bin ich immer noch einfach Mensch.


Mit Ecken und Kanten. Mit meinen Spleens und Widersprüchen. Mit ziemlich großer Begeisterungsfähigkeit und den Momenten, in denen mir alles zu viel wird.


Ich sitze dir nicht als fertige, glatte oder perfekte Version meiner selbst gegenüber.

Sondern einfach als Sabrina. Als ich.


Wenn wir uns begegnen, muss keiner von uns eine besonders gelungene Version seiner selbst darstellen. Ich glaube, echte Begegnung funktioniert sowieso anders.


Ich bin da. Du bist da. Und das reicht fürs Erste.







All das, was ich dir auf dieser "Über-Mich" Seite erzählt habe – was ich erlebt, gelernt, verstanden, wieder verworfen und über die Jahre zu meinem Eigenen gemacht habe – gehört heute zu mir.


Und wenn du mich fragen würdest, was mich und meine Arbeit in fünf Worten am besten beschreibt, wäre es wahrscheinlich …


Die Aufmerksamen unter euch haben vermutlich längst bemerkt: Das sind sechs.

Aber nur weil man sich eine Regel selbst gesetzt hat, muss man sich ja nicht gleich daran halten.


Das bin ich.


DAS BIN ICH HEUTE.


Ich weiß nicht, wer ich in zwei, fünf oder zehn Jahren sein werde. Was sich noch verändern wird, was ich noch lernen, loslassen, neu entdecken oder irgendwann ganz anders sehen werde.

Aber heute bin ich das.


UND ICH BIN STOLZ AUF MICH.


Jetzt bin ich neugierig auf dich.

Lernen wir uns kennen